Wer sich mit Raumakustik beschäftigt und auf Akustikpaneele stößt, merkt schnell: Die Dinger sind nicht billig. Fertige Wandabsorber in anständiger Qualität kosten schnell zwischen fünfzig und mehreren hundert Euro pro Stück. Wer mehrere braucht, kommt auf eine Summe, die man nicht mal eben ausgibt.
Die naheliegende Frage lautet dann: Kann ich das nicht selbst bauen?
Die kurze Antwort: Ja, das geht. Und es ist gar nicht so kompliziert, wie es klingt. Ob es sich lohnt, hängt von ein paar Faktoren ab – die es sich lohnt, vorher abzuwägen.
Wie ein einfacher Schallabsorber aufgebaut ist
Das Grundprinzip eines selbst gebauten Schallabsorbers ist denkbar simpel. Man braucht einen Rahmen aus Holz, ein schallabsorbierendes Material als Füllung und einen Akustikstoff als Abdeckung.
Der Rahmen wird meistens aus Dachlatten oder Kanthölzern gebaut – günstiges Baumarktmaterial, das sich leicht zuschneiden und zusammenschrauben lässt. Die Füllung besteht aus Mineralwolle oder Basotect-Schaumstoff – beides sind hervorragende Schallabsorber, die auch in professionellen Produkten verwendet werden. Darüber kommt ein luftdurchlässiger Stoff, der die Füllung verdeckt und dem Absorber ein ordentliches Erscheinungsbild gibt.
Das war es im Wesentlichen. Wer handwerklich nicht vollkommen unbegabt ist, kann einen solchen Absorber an einem Nachmittag bauen.
Was man dafür braucht
Die Materialkosten für einen selbst gebauten Absorber liegen je nach Größe und Material zwischen zwanzig und fünfzig Euro – deutlich weniger als vergleichbare Fertigprodukte.
Dachlatten oder Kanthölzer gibt es im Baumarkt, oft schon auf Maß zugeschnitten. Mineralwolle – zum Beispiel als Dämmplatte – ist ebenfalls günstig und weit verbreitet. Als Akustikstoff eignet sich jeder Stoff, der luftdurchlässig ist: einfacher Baumwollstoff, Leinenstoff oder günstiger Polsterstoff funktionieren gut. Wer möchte, kann den Stoff auch dem Raumdesign anpassen.
Werkzeug: Säge oder Zuschnittservice im Baumarkt, Schrauber, Tacker für den Stoff, Winkel. Wer das alles schon hat, zahlt nur das Material.
Was der Unterschied zu Fertigprodukten ist
Fertige Akustikpaneele aus dem Handel haben ein paar Vorteile, die man kennen sollte.
Verarbeitungsqualität. Professionelle Produkte sind in der Regel sauberer verarbeitet – gerade Kanten, gleichmäßige Spannung des Bezugsstoffes, ordentliche Rückseite. Wer handwerklich geübt ist, kommt nah ran. Wer nicht, sieht den Unterschied.
Definierte Absorptionswerte. Hersteller geben für ihre Produkte oft den Absorptionsgrad nach Frequenzbereich an. Das hilft bei der Planung. Selbst gebaute Absorber funktionieren gut – aber wie gut genau, lässt sich ohne Messung nicht sagen.
Aufhängesystem. Fertige Paneele kommen meist mit einem durchdachten Aufhängesystem. Beim Selbstbau muss man das selbst lösen – Ösen einschrauben, Draht spannen, Abstandshalter zur Wand einplanen. Kein Hexenwerk, aber ein zusätzlicher Schritt.
Wann sich der Selbstbau lohnt
Der Selbstbau lohnt sich, wenn man mehrere Absorber braucht und das Budget begrenzt ist. Wer vier bis sechs Paneele für ein Wohnzimmer oder Homeoffice plant, kann mit Eigenarbeit mehrere hundert Euro sparen.
Es lohnt sich außerdem, wenn man die Optik komplett selbst bestimmen möchte. Wer einen bestimmten Stoff, eine bestimmte Farbe oder eine ungewöhnliche Form im Kopf hat, findet im Handel vielleicht nicht das Richtige – und baut es einfach selbst.
Weniger sinnvoll ist der Selbstbau, wenn man nur einen einzelnen Absorber braucht. Der Aufwand für Material, Zuschnitt und Bau steht dann in keinem guten Verhältnis zur Ersparnis. In diesem Fall ist ein Fertigprodukt oft die praktischere Wahl.
Eine realistische Einschätzung
Selbst gebaute Schallabsorber funktionieren gut. Das absorbierende Material – Mineralwolle oder Basotect – ist dasselbe wie in teuren Produkten. Die Physik ändert sich nicht dadurch, ob der Rahmen aus dem Baumarkt oder aus einer Fabrik kommt.
Was sich ändert, ist der Zeitaufwand. Ein erster Absorber dauert länger als gedacht – Planung, Materialkauf, Bau. Wer das einmal gemacht hat, baut den zweiten deutlich schneller. Wer vier oder fünf baut, hat ein echtes System entwickelt und spart erheblich gegenüber Fertigprodukten.
Wer erst einmal verstehen möchte, ob und wo er überhaupt Schallabsorber braucht, findet im Artikel Wohnung hallt – was tun? eine gute Grundlage – bevor man anfängt, Holzrahmen zu bauen.
